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Die Superhelden und das Wirtschaftswunder

Über den Import amerikanischer Comic-Kultur im Nachkriegsdeutschland kann man jetzt auch online bei Frau Hecke nachlesen, die trotz emsiger Bastelei und nachts immer Licht anlassen, immer noch nicht fertig sein soll. Hunderttausend Nerds haben den Text inzwischen schon runtergeladen und prima neue Hausarbeiten daraus gebastelt. (Immer nur abschreiben, Ihr Studenten seid doch alle gleich...!)

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THE NEW MARVEL

Marvel Comics hat seine Revitalisierungsphase gerade abgeschlossen
und unabhängig von einer Diskussion über neue Heldenbilder
einen gänzlich neuen Kurs eingeschlagen. Nachdem der Verlag
sich selbst und viele kleine Comic-Händler von der Straße
mit überteuerten, eingeschweissten Spekulationsobjekten in
den Ruin getrieben hatte, sah es aus als würde Marvel seine
Lizens-Figuren an Hollywood veräußern und höchstens
noch als lustige Parallele zum Einbruch dubioser Firmen am neuen
Markt als Anekdote taugen. Großkotzig wurde inflationär
viele Serien zu saftigen Preisen in einen Story-Zusammenhang geschweißt.
Nur wer sich alle Hefte leisten konnte, verstand noch worum es bei
den X-Men überhaupt ging. Nach den Gelegenheitskäufern
hatten selbst die härtesten Fans das Sammel-Hobby aufgegeben
und die Händler hockten plötzlich auf Tonnen von wertlosen
Heften, die niemals jemand wirklich lesen wollte.

Mit einer Reihe von neuen Marvel-Verfilmungen (Hulk von Ang Lee, Daredevil, Elektra etc. Check out comics2film.com!) sowie Sequels zu Blade, X-Men und Spider-Man musste im neuen Jahrtausend etwas passieren um zumindest über die Filme wieder neue Fans für die Comic-Vorlagen zu gewinnen. Marvel ließ mit Joe Quesada erstmals einen Mann vom Fach auf den Chefsessel und dieser krempelte den Laden in kürzester Zeit völlig um. Quesada sicherte zunächst das >=Kerngeschäft„ und reduzierte das Programm auf die wesentlichen Titel. Neben den X-Men und Spider-Man blieb nur Daredevil über und alles andere wurde zwecks Relaunch auf Eis gelegt. X-Men und Spider-Man wurden parallel zu ihren Kinofilmen neu renoviert und Quesada konnte mit LSD-Papst Grant Morrison (The Invisibles, Doom Patrol) einen der besten Comic-Autoren unserer Zeit für >=New X-Men„ gewinnen. Die Helden bekamen schwarze Lederkluft und Morrison schuf eine gänzlich neue, coolere Schule für Mutanten, die trotz Jugend-Freigabe nicht auf den subversiven Humor des Schotten verzichten muß. Mit Garth Ennis (Preacher, Hitman) für den >=Punisher„ und Brian Michael Bendis (Powers, Torso) für >=Elektra„ wurden weitere Top-Autoren verpflichtet und der Rest des Stalles behutsam umgestaltet. Thor ist nun ein moderner Esoteriker und der Black Panther endlich ein cooler Revoluzzer.

Dazu startete man mit der Ultimate Line ein Parallel-Universum mit den gleichen Ikonen in jüngeren Inkarnationen. Brian Michael Bendis gelangen dabei einige der besten Marvel-Hefte seit Jahren und trotz des gewaltigen Erfolges wurde das Konzept nicht sofort wieder mit Dutzenden von Varianten tot geritten. Redaktionelle Qualität soll die neue Maxime sein und mit der eindrucksvollen >=Origin„-Reihe erzählte Marvel statt dessen die Kindheit seines beliebtesten Helden Wolverine in ungewöhnlich sensibler Form.

Erstaunlicherweise erscheinen einige der besten neuen Comics aus Amerika bei Marvel und sie handeln bedingt von Helden in Strumpfhosen. Seit Ende 2001 erscheinen unter dem Label Max Comics erstmals Titel für Erwachsene, die im Marvel Universum angesiedelt sind. Brian Azzarello und Richard Corben haben Luke Cage, Hero for Hire, zu einem modernen Badass Pimp mit Street Credibility gemacht und Garth Ennis bescherte mit >=Fury„ seine Version von Superagent Nick Fury als desillusionierter, kalter Krieger. Mit >=Blade„ von Christopher Hinz und Steve Pugh hat man zusätzlich einen Filmhelden im Portfolio und Steve Gerber schreibt für Max wieder >=Howard the Duck„, ist dabei aber weit entfernt von der Original-Serie aus den 70ern. Prägend für die neue Attitüde dieser Titel ist aber vor allem >=Alias„, ein weiterer Titel aus der vielbeschäftigten Feder von Brian Michael Bendis, der das Bild vom Superhelden verändert hat wie seit Alan Moore und Frank Miller niemand sonst. >=Alias„ ist ein durch und durch popmoderner Titel, der ein fiktionales Universum als Realität hinstellt und auf dieser Basis hartgesottene Kriminal-Geschichten zu berichten weiß. Die Heldin Jessica Drew war in den 80ern mal eine drittklassige Superheldin und schlägt sich mangels Erfolg als Privatdetektivin durch. Wie in seiner extrem empfehlenswerten Indie-Serie >=Power„ kombiniert Bendis die jeweilige Genre-Logik von Privatschnüfflern und Superhelden zu einem ureigenen, pseudo-realistischen Stil, der mit >=Alias„ allerdings mehr hard-boiled als satirisch daherkommt. Der Genre-Mix ist als Kniff mit "Akte X„ bereits erfolgreich im Mainstream getestet, aber Bendis ist dazu ein glänzender Schreiber von Dialogen. Zusammen mit Brian Azzarello und Regisseur Kevin Smith (Clerks, Dogma) als Autor von >=Green Arrow„ und >=Daredevil„ etablierte Mr.Bendis einen neuen Standard, der ironisch mit seinen Referenzen spielt und Marvel wieder zu einem dynamischen Faktor im zeitgenössischen Popgeschäft gemacht hat.

Die neue Linie wird dabei von Autoren getragen, die nicht in das Bild passen, was die Specials zum 11.9. zeichnen mögen. Gewissermassen sind sie Deserteure, Ronins, solche, die mit den Tools zu 100% vertraut sind und sie gelegentlich für ihre Zwecke missbrauchen. Das moderne Amerika ist nicht so vernagelt und reaktionär wie es der Präsident es gern hätte und die urbanen Hipsters in den Staaten sind aufgeklärter und direkter im Umgang mit ihrer kommerziellen Gegenwartskultur als man denken mag. Marvel war immer ein gutes Beispiel einer Kultur, die sich an eine Gemeinde von Fünfjährigen zu richten schien und alles in ein Schema von lieb und böse pressen mußte. Auch als die Konkurrenz DC mit Vertigo längst erfolgreich ein Erwachsenen-Programm unterhielt, hielt Marvel ängstlich an einer Spielzeug-Welt mit sauberen Lizensprodukten fest und verpasste dabei den Zeitgeist, der spätestens mit Rage against the Machine und dem >=Battle of Seattle„ auch in Amerika wieder ein Gesicht bekam. Die neue Intelligenz verlangte nach Unterhaltung, die ihren kulturellen Gepflogenheiten und Erfahrungen entsprach. Mit dem Ultra-Realismus seiner gebrochenen Helden kommt Max Comics diesem Bedürfnis derzeit am besten nach. Weil, all die autobiographischen Jammerlappen wollte irgendwann ja auch niemand mehr lesen und Comics sind immer noch gemacht für die wirklich bizarren Ideen. Und was könnte bizarrer sein als wilder Sex zwischen Ex-Superheldin Jessica Drew und Mietheld Luke Cage alias Powerman!

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Krise der unbegrenzten Realitäten

Krise auf diversen Erden
Ja, ja, die Amis anno 1986!

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English Info

Übersetzung:
David Wojnarowicz
Closes to the Knives

(Mox und Maritz Verlag)

"Von Stefan Ernsting hervorragend übersetzt." (Bayrischer Rundfunk))

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